Dramatischer Sieg: Estenfeld besiegt Oberthulba in einem packenden Tennis-Krimi mit 5:4

Die Herren 40 Helden von links: Farshid Tremel, Basti Laug, Thomas Kunde, Matthias Back, Matthias Deckert und Sascha Heimann.
Die Herren-40-Helden von links: Farshid Tremel, Basti Laug, Thomas Kunde, Matthias Back, Matthias Deckert und Sascha Heimann.

Am vergangenen Samstag erlebte die Tenniswelt in Estenfeld einen Nervenkitzel der Extraklasse. Die Heimmannschaft des TCE triumphierte in einem packenden Medenspiel mit 5:4 gegen den letztjährigen Landesliga 2 Absteiger Oberthulba. Besonders bemerkenswert: Estenfeld musste auf zahlreiche Schlüsselspieler verzichten, darunter die etatmäßige Nummer 1, 2 und 4 – Bastian Wander, Martin Kolb und Klaus Englert.

Die Einzelmatches: Ein aufreibender Start

Die ersten drei Einzelbegegnungen sollten die Richtung der Matches vorgeben. Basti Laug, der für die Gastgeber an Position 6 spielte, zeigte sich ungewohnt gehemmt und unterlag trotz klar besserer LK-Einstufung überraschend klar mit 3:6 und 2:6. Matthias Deckert (4) hingegen kämpfte sich nach einem Rückstand im zweiten Satz zurück und gewann nach über zwei Stunden Spielzeit mit 7:6 und 6:4. Besonders im zweiten Satz bewies Matthias Nervenstärke, als er nach einem 1:4 fünf Spiele in Folge gewann.

Der Druck lag nun bei Matthias Back (2). Sichtlich beeindruckt von der anfänglichen dominanten und präzisen Spielweise seines um vier Leistungsklassen höher eingestuften Kontrahenten zeigte Matthias nach verlorenem ersten Satz (4:6) eine beeindruckende Reaktion. Bedingt durch das Coaching der Estenfelder Tennis-Koryphäe Uli Conrad nahm bei Matthias der Glaube das Match doch drehen zu können im Laufe des zweiten Satzes immer mehr zu. Die logische Folge war der Match-Tiebreak. Dort gelang es Matthias dann beim Stand von 7:7 die drei entscheidenden Punkte zu holen. Mit dieser 2:1-Führung ging Estenfeld in die zweite Runde der Einzelmatches.

Nervenaufreibende Einzelrunde

Captain Thomas (1) hatte gegen den stark aufspielenden Bernd Wunder aus Oberthulba keine Chance und verlor deutlich mit 0:6 und 1:6. Farshid Tremel (5) gewann hingegen knapp aber verdient mit 6:3 und 7:5. Sascha Heimann (3) erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Nach 4:6 und 4:1 im zweiten schien Sacha auf dem richtigen Weg, jedoch gewann der Gegner anschließend drei Spiele in Folge und mit dem 4:4 schwand neben dem Glauben dann bei Sascha auch zunehmend die Kraft. Wie er es dennoch geschafft hat, den zweiten Satz mit 6:4 zu gewinnen, weiß er wahrscheinlich selbst nicht. Im Match-Tiebreak ging es dann hin und her und am Ende hatte Sascha mit 10:6 das bessere Ende für sich. Mit einer 4:2 Führung ging es somit in die anschließenden Doppel.

Die Doppel: Der entscheidende Punkt

Für den Gesamtsieg benötigte die Heimmannschaft nur noch einen Punkt aus den abschließenden Doppeln. Doch die Spannung war greifbar, als in allen drei Doppelbegegnungen der erste Satz verloren ging. Farshid und Basti mussten sich mit 3:6 und 3:6 geschlagen geben. Auch das „Matthias-Doppel“ hatte gegen den übermächtigen Bernd Wunder keine Chance und verlor mit 4:6 und 2:6.

So lag die Last, den entscheidenden Punkt zu holen, auf den Schultern von Thomas und Sascha, die das Einser-Doppel bildeten. Psychisch und auch physisch sicher die anstrengendste Aufgabe. Thomas stand im Einzel zwar nicht lange auf dem Platz, musste aber mental die 0:6 und 1:6 Trainerstunde verarbeiten. Sascha hätte sich nach seinem zweieinhalbstündigen Einzel sicher eher nach einer Eistonne gesehnt anstatt erneut zwei Stunden im Doppel auf dem Platz zu stehen. Nach einem desaströsen ersten Satz (1:6) und einem hart erkämpften zweiten Satz (6:4) musste der Match-Tiebreak über den Sieg entscheiden. In einem nervenaufreibenden Hin und Her gelang es den beiden, mit 10:8 die Oberhand zu behalten und den entscheidenden Punkt zu holen.

Ein dramatischer Schlussakkord

Mit diesem hart erkämpften 5:4-Sieg setzte Estenfeld ein Ausrufezeichen und bewies trotz einiger personeller Ausfälle beeindruckende Nervenstärke und Kampfgeist. Dank dieser Leistung und der gleichzeitigen Niederlage von Heuchelhof gegen Werneck scheint das Ziel Klassenerhalt bereits nach dem dritten Spieltag erreicht zu sein. Dieses Spiel wird sicherlich als einer der denkwürdigsten Tage in die Vereinsgeschichte eingehen.

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